„Zahndisco“ an der Michaelschule in Ibbenbüren

Quelle: http://www.ivz-online.de

Erst die Kauflächen, dann außen, dann innen und zum Schluss noch die Zunge: Unter der Anleitung von Beate Schiffmann (l.) vom Arbeitskreis Zahngesundheit putzen sich Ayoub (r.) und seine Klassenkameraden gründlich die Zähne. (Foto: Daniel Lüns)
Ibbenbüren. Das kleine Fläschchen Farbe ist bei den Kindern berüchtigt. Damit kontrolliert Beate Schiffmann vom Arbeitskreis Zahngesundheit im Kreis Steinfurt, wer sich nicht gründlich genug die Beißerchen geputzt hat. Denn unter Schwarzlicht leuchtet Zahnbelag knallig gelb. Da hilft nur eins: nachbessern. Viel gibt es aber nicht zu beanstanden, die Expertin ist zufrieden: „Die Schüler können das richtige Zähneputzen schon seit dem Kindergarten.“ Trotzdem: Nach dem Besuch in der „Zahndisko“, wie Schiffmann die Schwarzlichtkammer nennt, geht es ans Waschbecken. Zähneputzen ist angesagt. Die Regel KAI kennen viele schon: Erst die Kauflächen, dann die Außenseiten, schließlich die Innenflächen – und zum Schluss die Zunge nicht vergessen. Eine Woche steht das Team des Arbeitskreises mit dem Krocky-Mobil an der Michaelschule. Im Aktionsbus behandeln die Grundschüler spielerisch das Thema Zahngesundheit. Die Kindergärten Michael, Matthäus, Nelkenstraße und Wagnerstraße machen auch mit. Insgesamt lernen etwa 470 Kinder allerlei Wissenswertes über die Vermeidung von Karies und Co. „Unser Ziel ist natürlich, dass möglichst wenige Kinder Löcher in den Zähnen haben“, erklärt Beate Schiffmann.
Bei Vivien und Ayoub kein Problem. „Bei mir war fast gar nichts, die Frau fand das sehr gut“, sagt die Achtjährige aus der Klasse 3a stolz. Lediglich in einzelnen Zwischenräumen musste sie nachbessern. Ähnlich sieht das beim Klassenkameraden aus. „Dort soll ich das nächste Mal gründlicher putzen“, sagt Ayoub und deutet auf den Übergang seiner Schneidezähne zum Zahnfleisch.
Während immer sechs Schüler im Bus sind, arbeitet der Rest der Klasse an verschiedenen Stationen. Es gilt zum Beispiel, KAI anhand von Plastikgebissen zu üben. Die Drittklässler etwa können bei Brigitte Hornstein-Gärtnhöffner ihre eigene Zahnpasta herstellen. Wahlweise sogar mit Aroma: Pfefferminz- oder Orangenöl stehen zur Auswahl. „Die Tendenz geht zum Pfefferminzöl“, sagt sie. Weil das mehr nach „echter“ Paste schmecke. Früher hatte die Mitarbeiterin des Arbeitskreises auch Thymian im Angebot. Der Geschmack flog aber fix wieder aus dem Sortiment: „Das mochte keiner.“
Beate Pohl, Schulleiterin der Michaelschule, ist vom Projekt begeistert. „Das Thema Zahngesundheit kommt bei uns in jedem Schuljahr vor“, sagt sie. Das Kroky-Mobil sei eine ideale Ergänzung zum Lehrangebot: „Die Schüler sind richtig motiviert.“ Aber auch die Kindergartenkinder seien voll bei der Sache. Nach einer Stunde wird schließlich gewechselt, die nächste Klasse wandert zum Aktionsbus. Beate Schiffmann und das Fläschchen Farbe warten schon.

 

Kommentare sind geschlossen.